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BMW GS Trophy 2016 in Thailand – „Halbzeit“

03 März 2016

BMW GS Trophy 2016 in Thailand – „Halbzeit“

„Abenteuer, fremde Kulturen, neue Freundschaften, Schotter, Sand und Staub …“ – mit diesen Worten beschreibt BMW Motorrad die diesjährige GS Trophy. Seit 2008 gibt es das einmalige Enduro-Event, das zur Zeit wieder stattfindet – und das schon zum fünften Mal. Nach den kanadischen Rocky Mountains 2014 ging es in diesem Jahr in den Dschungel Südostasiens, nach Thailand.

Chiang Dao – Das Summen im Bienenstock

Start der GS Trophy war Sonntag, der 28. Februar. Da eine Veranstaltung von solchen Dimensionen natürlich nicht ohne ein erhebliches Maß an Vorbereitung vonstatten geht, waren die Mechaniker, Marschalls, Guides, Schiedsrichter und sonstige fleißige Menschen, die für den reibungslosen Ablauf sorgen, bereits einige Tage früher vor Ort (ca. 80 Kilometer nördlich von Chiang Mai, Nordthailand).

Am Samstag, den Vortag des Starts, erwartete Chiang Dao dann der große Ansturm: 76 Fahrer aus 25 Nationen verteilt auf 19 Teams schwärmten ein. Ein Summen wie im Bienenstock! Große Emotionen. Die Teilnehmer haben im Vorfeld hart trainiert, sich in den nationalen „Vorauswahlen“ gegen etliche andere gute Fahrer durchgesetzt, sich so die Teilnahme an der Trophy verdient, um nun zeigen zu können, was sie können und viele unvergessliche Erinnerungen zu sammeln. Nach der Registrierung wurden den einzelnen Teilnehmern ihre Maschinen zugewiesen – alles baugleiche BMW R 1200 GS, ausgestattet mit dem hauseigenen Offroad Equipment und – natürlich – Metzeler Karoo Reifen.

Durch die wechselnden Locations in den verschiedensten Teilen der Erde erfindet sich die GS Trophy mit jeder Iteration neu. In der aktuellen Ausgabe sind aber nicht nur Material und Austragungsort neu, auch auf Seiten der Teilnehmer gibt es einige Premieren. So stehen mit dem SEA-Team (South East Asia), bestehend aus drei Fahrern aus Thailand, Malaysia und Singapur, wieder neue Länder auf der Teilnehmerliste. Das Team China hat es trotz der Widrigkeit der Facebook-Blockade in ihrem Heimatland geschafft, ein „Fanmoment“ zu generieren – einige ihrer Unterstützer sind sogar auf ihren eigenen Maschinen mit nach Thailand gekommen! -, das groß genug war, um das Team hierher zu bringen. Die dritte große Teampremiere ist das erste internationale Frauenteam, bestehend aus Amy Harburg (Australien), Moraq Campbell (Südafrika) und Stéphanie Bouisson (Frankreich). Begleitet werden diese drei Damen von der Teamjournalistin (jedes Team wird von einem eigenen Journalisten begleitet) und Dakar-Finisherin Tina Meier aus Deutschland.

Für Deutschland sind übrigens Jens Andres, Peter Kopf und Steffen Rahn am Start. Für das Team Alps (Schweiz/Österreich) Filippo Fania und Andreas Tettamanti aus der Schweiz und Alfred Scheurer aus Österreich.

Ungewöhnliche Entdeckungen auf schmalen Pfaden im Dampfgarer Dschungel

Sonntag, die Uhr zeigte 8 und endlich hieß es „Go!“, auf zur ersten der sieben Tagesstaffeln – die BMW GS Trophy 2016 war nun offiziell gestartet. Nachdem das erste kurze Stück ganz entspannt über Asphalt führte, ging es kurz darauf – Kontrastprogramm – direkt in den Dschungel; und das sollte sich die nächsten Tage auch kaum mehr ändern.  Raue 4×4 Pisten, anspruchsvolle Single-Trails, verfallene Brücken, Hindernisse, gefüllte sowie ausgetrocknete Flussbetten in Kombination mit lehmigen, steinigen, geschotterten oder ausgefahrenen Untergründen verlangten den Fahrern einiges ab und gaben dem Karoo ausreichend Gelegenheit zu glänzen.

Mit jedem gefahrenen Kilometer wuchs das Guthaben des Erlebniskontos. Auf einem Berggipfel entdeckten die Teilnehmer am zweiten Tag ein altes Hubschrauberwrack, von welchem aus sie sich wieder über technisch äußerst anspruchsvolle und kurvige Pfade den Berg hinunter kämpften. Nicht viele Länder sind derart mit Kurven und Trails gesegnet wie Thailand. Die schier endlosen Achterbahnschwünge sind teils so eng, dass man sich am Scheitelpunkt der Kurve sein eigenes Rücklicht anschauen kann … sofern man dafür Zeit und Energie hat.

Von Mae Sariang aus ging es am vierten Tag auf eine 136 Kilometer lange Rundtour durch den Salawin Nationalpark. Nun mag der geneigte Leser und Tourer denken: „136 Kilometer? Das ist ja Kurzstrecke!“ – Ja, stimmt. Aber auch die kann ziemlich anstrengend sein, wenn sie ein Single-Trail im dichten Dschungel ist, sich zeitweise in ein steiniges Flussbett verwandelt und die Luftfeuchtigkeit bei 38°C derart hoch ist, dass die Fahrer langsam und schonend dampfgegart werden.

Von Gewichthebern und Nicht-Rennen

Das liest sich nun möglicherweise sehr anstrengend. Ist es auch. Soll es auch sein! Wie fordernd die Etappen aber auch ausfallen, der Spaß bleibt dabei nie auf der Strecke! In diesem Sinne sind auch die Sonderprüfungen gestaltet, welche jeden Tag auf die Fahrer warten: work and play. Da müssen die Teilnehmer ihre BMWs beispielsweise durch ein felsiges Flussbett navigieren oder über einen umgefallenen Baumstamm hieven, der fast halb mannshoch ist. Auf der anderen Seite wiederum gibt es Aufgaben wie das Slow-Race – das Motto der GS Trophy lautet „It’s not a race.“ -, bei dem Langsam-Fahren mit Punkten belohnt wurde. Das ist mit 125 PS zwar auch anstrengend, aber auf eine sehr viel angenehmere Art.

Die zweite Halbzeit

Die BMW GS Trophy 2016 ist nun schon halb gelaufen. Die Teilnehmer haben viele außergewöhnliche Begegnungen und Erfahrungen gemacht, haben gekämpft und gelacht und es bleibt ihnen zur zu wünschen, dass es in der zweiten Halbzeit genau so weitergeht!

Wer die GS Trophy mitverfolgen möchte, macht das am besten auf Facebook (Hashtag #GSTrophy):

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